Die Neugeburt für Bademoden der Zukunft
Kreislaufgedanke ernst gemeint: Wie eine Hamburger Modedesignerin ihre Bademode neu erfindet
und biologisch abbaubar kreiert.
Mikroplastik ist längst kein unbekanntes Problem mehr. Es schwimmt in den Ozeanen, treibt in Flüssen, findet sich im Trinkwasser und stammt nicht zuletzt aus unserer Kleidung. Synthetische Stoffe wie Polyester, Polyamid oder Elastan verlieren bei der Herstellung, beim Tragen und bei jeder Wäsche winzige Kunststofffasern. Unsichtbar für das Auge, aber dauerhaft wirksam für die Umwelt und unsere Gesundheit.
Für viele in der Modebranche ist diese Erkenntnis längst mehr als eine Randnotiz. Sie ist ein Weckruf. Und für manche wird sie zum Wendepunkt.
„Ich möchte meine Produktion umstellen und nachhaltiger gestalten. Es ist Zeit, dass wir mikroplastikfreies Material verwenden, um der Welt eine gesunde Zukunft zu gestalten“, sagt die Hamburger Designerin Jessica Puberitz. Seit 2011 führt sie ihr Label Petit Amour, spezialisiert auf Unterwäsche und Bademode für werdende Mütter.
Der Name bedeutet „kleine Liebe“, eine Hommage an das Leben, das im Bauch heranwächst.
Gerade diese Zielgruppe macht die Frage nach Materialien besonders sensibel. Nähe zur Haut und spezieller Tragekomfort sind zentrale Anforderungen. Bislang setzt auch Petit Amour auf Elastan, Polyamid und recycelte Polyester. Das sind Stoffe, die in der Branche als Standard gelten. Doch selbst recycelte Kunstfasern lösen das Mikroplastikproblem nicht. Die Fasern bleiben synthetisch und gelangen weiterhin in den Wasserkreislauf.
Nun wagt Jessica den nächsten Schritt. Sie arbeitet an der Umstellung auf ein biologisch abbaubares Material, das ihre Produkte nach dem Prinzip von Cardle to Cradle komplett kreislauffähig macht. Eine Mode, die nach der Nutzung einen Wert darstellt, statt belastet.
Der Weg ist anspruchsvoll. Nachhaltige Alternativen sollten nicht nur gut für die Umwelt sein, sondern optimale Funktionalität aufweisen und wirtschaftlich tragfähig sein. Genau hier beginnt die eigentliche Transformation. Ein ambitioniertes Vorhaben!
Ich begleite diesen Umstellungsprozess journalistisch. Schritt für Schritt. Mit Einblicken in Entscheidungen, Zweifel, Rückschläge und Fortschritte. Wird es gelingen, Bademode zu entwickeln, die ohne Mikroplastik auskommt? Kann ein mittelständisches Label zum Impulsgeber für eine ganze Branche werden?
Die Geschichte einer Designerin, die Mode neu denken will, hat gerade erst begonnen.
Aktuell werden Kooperationsbetriebe sowie eine Möglichkeit der Förderung gesucht. Eine Fernsehdokumentation ist in Planung.
Die Fortsetzung folgt auf dieser Website.